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Friday, 10. November 2006

Internet-Auktionen und elektronischer Handel

Welche Strategien werden bei Internetauktionen wie Ebay angewandt? Welche neuen Vertriebswege eröffnet das Internet? Wie können Unternehmen den elektronischen Handel für ihre Geschäftsinteressen nutzen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich internationale Wissenschaftler auf einer Tagung vom 12. bis 17. November im Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik (IBFI) auf Schloss Dagstuhl im nördlichen Saarland. Die Forscher aus der Informatik, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie der Psychologie werden mit Vertretern großer IT-Unternehmen über die Zukunft von Internet-Auktionen und den elektronischen Handel diskutieren.

 

Das Internet-Auktionshaus Ebay und virtuelle Einkaufszentren wie Amazon belegen den Erfolg der neuartigen Vertriebswege im Internet. Doch mit welchen Mechanismen funktionieren Internet-Auktionen? Wie können diese weiter verbessert werden und welche Anwendungen gibt es noch dafür? Die Wissenschaftler auf Schloss Dagstuhl werden zum Beispiel diskutieren, wie der im Klimaschutz-Protokoll von Kyoto vorgesehene CO2-Handel über das Internet organisiert werden kann. Außerdem werden sie beleuchten, wie Unternehmen über das Internet neue Märkte erschließen können. Denn der elektronische Handel hat in den vergangenen Jahren die Geschäftsprozesse tiefgreifend verändert. Per Knopfdruck kann ein Autohersteller heute weltweit verschiedene Autositze vergleichen und den günstigen Zulieferer über das Internet auswählen. Auch der Börsenhandel verändert sich durch elektronische Systeme in seinen Strukturen.

 

Die internationale Forschergruppe der Dagstuhl-Tagung erhofft sich durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit neue Denkanstöße. So erforschen beispielsweise die Psychologen die Strategien bei Internet-Auktionen mit Experimenten im Labor, bei denen Studenten spielerisch gegeneinander antreten. Die Informatiker hingegen simulieren das Kaufverhalten am Computer und versuchen darüber Vorhersagen zu treffen. Und die Ökonomen setzen die Spieltheorie ein, um wirtschaftliche Prozesse zu modellieren.

 

An der Tagung auf Schloss Dagstuhl nehmen von deutscher Seite unter anderem die Wirtschaftsprofessoren Axel Ockenfels, Leibnizpreisträger der Universität  Köln, und Christof Weinhardt von der Universität Karlsruhe teil. Ockenfels ist Experte für Internet-Auktionen, Weinhardt beschäftigt sich mit dem elektronischen Handel und Börsen. Aus Großbritannien reist der Informatiker Nick Jennings an (University of Southampton), einer der führenden Experten für Softwareagenten. Außerdem kommt aus den USA Richard Engelbrecht-Wiggans (University of Illinois), ebenfalls ein führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Internet-Auktionen.



Nähere Informationen unter http://www.dagstuhl.de/06461