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Wednesday, 22. March 2006

Wenn Geschäftsprozesse im Internet an nationale Grenzen stoßen

Das Internet verbindet heute alle Länder der Erde. Wenn es um Geschäftsprozesse geht, spielen jedoch nationale Grenzen im Internet immer noch eine entscheidende Rolle. Vor allem, wenn es um die Sicherheit der Datenströme und den vertraulichen Umgang mit Daten geht, hat jedes Land seine eigenen Gesetze. Aber auch das Netzwerk, also die physikalische Infrastruktur des Internets, weist je nach nationalem Anbieter große Unterschiede auf. Auf zwei Tagungen vom 27. bis 31. März 2006 diskutieren internationale Wissenschaftler im Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik (IBFI) auf Schloss Dagstuhl die Frage, wie das Internet über technische und administrative Grenzen hinweg für Geschäftsprozesse verbessert werden kann und wie so genannte Peer-to-Peer-Netzwerke sicher eingesetzt werden können.

 

Wenn Unternehmen heute das Internet für ihre weltweiten Geschäftsbeziehungen nutzen, unterliegen sie klaren Regeln und Vorgaben, die jedes Land oder Wirtschaftsräume wie die Europäische Union selbst festlegen. Neben der Sicherheit und Vertraulichkeit der Datenströme geht es dabei auch darum, welche Qualität die Internetdienste aufweisen. Bei der Voice-over-IP-Übertragung beispielsweise, also dem Telefonieren im Internet, müssen bestimmte technische Anforderungen erfüllt werden, damit die gesprochenen Sätze nicht nur bruchstückhaft beim Empfänger ankommen. Wie hier verschiedene technische Anforderungen und länderspezifische Regelungen zusammengeführt werden können, diskutieren die Wissenschaftler aus Europa und den USA während der Tagung auf Schloss Dagstuhl.

 

Die Experten für Netzwerktechnologien und Informatik beschäftigen sich außerdem mit Peer-to-Peer Systemen, also Netzwerken ohne zentralen Server, die sich spontan für bestimmte Aufgaben zusammenschließen können. Die Verkehrslast des Internets könnte entlastet werden, wenn Unternehmen zum Beispiel ihre Software-Updates über Peer-to-Peer-Netzwerke versenden könnten. Die Softwarepakete müssten dann nicht mehr einzeln von einem zentralen Server an alle Kunden verschickt werden, sondern könnten unter anderem auch drahtlos von einer Firma zum benachbarten Unternehmen weiter gesendet werden. Die Wissenschaftler in Dagstuhl werden auch bei diesem Thema die technischen Grundlagen, die Datensicherheit und die staatliche Regulierung erörtern.

 

Informationen zum Dagstuhl-Seminar über Peer-to-Peer-Netzwerke mit Teilnehmerliste: www.dagstuhl.de/06131/ und sum Seminar über Internetökonomie: www.dagstuhl.de/06132/

Dateien:
pm_060322-uds.pdf100 K