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Monday, 27. November 2006

Digitalisierung von historischen Texten

Einen neuen Blick auf alte Dokumente ermöglicht die Digitalisierung von historischen Texten. Alte Urkunden, Briefe und Bücher können dadurch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie lassen sich zudem ganz anders bearbeiten als noch vor wenigen Jahren. Durch die Digitalisierung können die schriftlichen Zeugnisse der Vergangenheit wie moderne Texte erkannt und miteinander vernetzt werden. Welche Methoden dabei helfen, diskutieren internationale Informatiker, Computerlinguisten, Historiker und Philologen vom 3. bis 8. Dezember im Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik (IBFI) auf Schloss Dagstuhl im nördlichen Saarland.

Wenn historische Materialien digitalisiert werden, will man ein möglichst originalgetreues Abbild erstellen. Es reicht also nicht aus, ein altes Buch nur einzuscannen, sondern seine Kapitel und Absätze sollen über Verweise und Inhaltsverzeichnisse sinnvoll erschlossen werden. Durch die moderne Texterkennung will man auch die Möglichkeit schaffen, einzelne Stichwörter zu suchen und ihre Verwendung in verschiedenen Quellen zu vergleichen. In der deutschen Sprache kommt es dabei stark auf die Schreibweise an, die im Vergleich zu anderen Sprachen sehr spät erst vereinheitlicht wurde. Dank der Digitalisierung lassen sich heute einzelne Wörter aus verschiedenen historischen Quellen trotz ihrer vielen Schreibvarianten einfach gegenüber stellen.

 

Einige der Wissenschaftler, die an der Tagung auf Schloss Dagstuhl teilnehmen, arbeiten in dem europäischen Network of Excellence DELOS zusammen, in dem die Digitalisierung des gemeinsamen historischen Erbes vorangetrieben werden soll. Unter anderem reist Seamus Ross, Professor an der University of Glasgow (Schottland) nach Schloss Dagstuhl, der als der weltweit führende Spezialist auf dem Gebiet der Konservierung  historischer Dokumente gilt. Die Leitung der Tagung von deutscher Seite haben Prof. Norbert Fuhr (Universität Duisburg-Essen) und die Juniorprofessorin Anke Lüdeling (Humboldt-Universität Berlin) übernommen.

 

Nähere Informationen zu dem Seminar und den Teilnehmern  unter www.dagstuhl.de/06491