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Aktuelles

Open-Source Literaturnachweis in der Informatik: DBLP-Datenbank erhält Unterstützung von Schloss Dagstuhl

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In einem Kooperationsprojekt der Universität Trier und Schloss Dagstuhl werden die Forschungsarbeiten in der Informatik umfassend, transparent und frei zugänglich dokumentiert.

In die Forschung fließt viel Geld, aber die Entscheidungsträger tun sich manchmal schwer, vielversprechende Forschungsprojekte zu identifizieren. Kein Wunder, angesichts einer enormen Spezialisierung. Die Dokumentation von Forschungsarbeiten ist hierbei ein wichtiges Fundament zur Identifikation von erfolgreicher Forschung. Die Publikationskultur der Informatik entzieht sich allerdings einer Bewertung mit den üblichen Methoden. In einer Kooperation schaffen Schloss Dagstuhl und die Universität Trier für die Informatik Abhilfe durch die Konsolidierung der Open-Source Literaturdatenbank DBLP.

Während andere wissenschaftliche Disziplinen ihre Ergebnisse primär in Zeitschriften veröffentlichen, spielen Konferenzbeiträge in der Informatik eine äußerst wichtige Rolle. Konferenzbände werden jedoch vom Science Citation Index, der Disziplin übergreifend Publikationen und Zitate nachweist, nur unzureichend erfasst. Als Folge musste das in Deutschland viel beachtete CHE-Hochschul-Ranking 2009 für das Fach Informatik auf die Auswertung von Literatur verzichten — ein auf Dauer unhaltbarer Zustand.
Für die Informatik hat Dr. Michael Ley im Laufe der letzten 15 Jahren die Literaturdatenbank DBLP an der Universität Trier aufgebaut, die mittlerweile international etabliert ist. Die besondere Publikationskultur in der Informatik motivierte Dr. Michael Ley, einen zunächst auf das Teilgebiet Logik und Datenbanken konzentrierten Literaturnachweis nach und nach auf die gesamte Informatik auszudehnen. Mittlerweile umfasst die DBLP-Datenbank, die unter http://dblp.uni-trier.de/ 
frei im Internet zugänglich ist, über 1,5 Millionen Einträge. Für Wissenschaftler in der Informatik ist sie ein tägliches Werkzeug auf der Suche nach Grundlagen und neuen Ideen. Es ist nicht übertrieben zu vermuten, dass weltweit keine Professur in der Informatik besetzt wird, ohne dass die Publikationen eines Kandidaten in der DBLP-Datenbank betrachtet werden.
Aufgrund der stetigen thematischen Ausdehnung kommt die DBLP-Literaturdatenbank an ihre Grenzen. Eine von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum für Informatik Schloss Dagstuhl stärkt jetzt ihre Rolle mit dem Ziel, Forschungsarbeiten in der Informatik umfassend, transparent und frei zugänglich zu dokumentieren. Die Leibniz-Gemeinschaft fördert die Zusammenarbeit zunächst für zwei Jahre durch die Finanzierung von zwei Wissenschaftlern für den Ausbau und die Qualitätssicherung. Die Klaus Tschira Stiftung hat sich schon vorab für das Projekt durch eine Spende stark gemacht. In diesem Zusammenhang ist eine weitere Kooperation mit dem Heidelberger Institut für Theoretische Studien (H-ITS) bereits in Arbeit.
Verantwortlich für das Projekt sind Dr. Michael Ley, DBLP an der Universität Trier, und Dr. Marc Herbstritt, Schloss Dagstuhl — Leibniz-Zentrum für Informatik. Für Interviews, Reportagen und Filmaufnahmen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle von Schloss Dagstuhl:
Dr. Roswitha Bardohl
Tel. (0681) 302-3847
Email: presse@dagstuhl.de