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Friday, 11. November 2005

Bioinformatiker und Proteomforscher treffen zusammen

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat eine Art Bauplan des menschlichen Körpers geliefert. Recht schnell wurde jedoch klar, dass keine entscheidenden Forschungsdurchbrüche erzielt werden können, wenn man nur den Bauplan kennt, nicht aber die ablaufenden Prozesse. Im Mittelpunkt der Forschung stehen daher heute die Proteine, die die meisten Prozesse in einem Organismus steuern. Die Erforschung der Gesamtheit der Proteine - des Proteoms - erfordert die enge Zusammenarbeit von Bioinformatikern, Biologen, Biochemikern und Medizinern. Vom 21. bis 25. November 2005 diskutieren internationale Wissenschaftler aus diesen unterschiedlichen Bereichen auf einer Tagung des Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik (IBFI) auf Schloss Dagstuhl neue Fragestellungen der Proteomforschung.

Nachdem die Sequenzen des menschlichen Genoms sowie die von Genomen verwandter Spezies wie Maus, Affe und Ratte in den letzten Jahren entschlüsselt wurden, gibt es nun einen recht kompletten Bauplan dieser Organismen. Jetzt steht das Zusammenspiel der durch den Bauplan beschriebenen Komponenten im Mittelpunkt der Forschung. Eine - wenn nicht sogar die - Hauptkomponente sind die Proteine, die nach dem genetischen Bauplan hergestellt werden. Sie steuern die meisten Prozesse in einem Organismus. Bei der Erforschung der Gesamtheit der Proteine - des Proteoms - arbeiten Bioinformatikern, Biologen, Biochemikern und Medizinern eng zusammen.

Ähnlich wie beim Erheben von Genomdaten werden in der Proteomforschung sehr große Mengen an Messdaten erhoben, deren Interpretation nur mit Hilfe ausgefeilter Computerprogramme möglich ist. Aus diesem Grund bringt die Tagung auf Schloss Dagstuhl Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen, um zum einen den experimentellen Forschern die neusten Einblicke in Entwicklungen der Bioinformatik zu geben und zum anderen den Entwicklern von Programmen neue interessante Fragestellungen der Experimentalisten nahe zu bringen. Neben der akademischen Forschung sind an der Tagung auch Vertreter von Firmen und der Europäischen Kommission beteiligt. Die Teilnehmer reisen aus den USA, Frankreich und ganz Deutschland ins nördliche Saarland. Mehr dazu unter http://www.dagstuhl.de/05471/