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Wednesday, 19. May 2010

Gute Noten für Schloss Dagstuhl

Der Leibniz-Senat empfiehlt daher Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung fortzuführen

 

DAGSTUHL Im Juli 2009 wurde Schloss Dagstuhl, Leibniz-Zentrum für Informatik, von dem Senatsausschuss „Evaluierung der Leibniz-Gemeinschaft“ begutachtet. Das Ergebnis ist nun bekannt: Das Informatikzentrum Schloss Dagstuhl widmet sich mit herausragendem Erfolg seiner Aufgabe, die internationale Informatikforschung mit einem Seminarzentrum für wissenschaftliche Veranstaltungen zu unterstützen. Der Leibniz-Senat empfiehlt daher Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung fortzuführen.


Seit seiner Gründung im Jahre 1990 bietet Schloss Dagstuhl für Wissenschaftler aus der ganzen Welt ein Begegnungszentrum, um Forschungsprobleme gemeinsam zu diskutieren und Lösungen kooperativ zu entwickeln.


Qualitätsgesicherte Seminare
Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hebt in seiner offiziellen Stellungnahme hervor, dass es Schloss Dagstuhl gelingt, ein anspruchsvolles, aktuelles und qualitätsgesichertes Seminarprogramm für die internationale wissenschaftliche Informatikfachwelt anzubieten. Das wissenschaftliche Direktorium wählt dazu aus den Seminaranträgen die besten Anträge aus und stellt damit ein Seminarprogramm zusammen, welches in jedem Jahr über 3000 ausgewiesene Forscherinnen und Forscher sowie Fachleute aus der Industrie in Schloss Dagstuhl versammelt. Außerdem findet eine effektive Nachwuchsförderung durch das Zentrum statt. Auch die Bemühungen zur Steigerung des Frauenanteils unter den Teilnehmern werden von dem Leibniz-Senat begrüßt. Angesichts der nach wie vor zunehmenden Bedeutung der Informatik für Wissenschaft und Gesellschaft wird das Informatikzentrum ermutigt, im Rahmen seiner schon jetzt erfolgreichen Bemühungen um die Fächer übergreifende Zusammenarbeit noch stärker auf die Nachfragen und Bedürfnisse anderer Wissenschaften nach Informatiklösungen einzugehen.


Schloss Dagstuhl erwirtschaftet aus den Beiträgen der Gäste eigene Einnahmen und wird darüber hinaus je zur Hälfte durch Bund und Länder gefördert. Obwohl sich das Saarland und Rheinland-Pfalz bei der Länderförderung mit einem erhöhten Sitzlandanteil beteiligen, stammt der Großteil der Förderung von Schloss Dagstuhl nicht aus den lokalen Landeshaushalten. Dies war bis zum Beitritt des Zentrums in die Leibniz-Gemeinschaft 2006 anders: bis Ende 2005 teilten sich das Saarland und Rheinland-Pfalz die Förderung von Schloss Dagstuhl. Die jährliche Förderung durch Bund und Länder umfasst jetzt rund 1,9 Millionen Euro und wurde für 2010 einmalig um 1,4 Millionen Euro für den Neubau eines Gästehauses erhöht.


Die Bedeutung des Informatikzentrums Schloss Dagstuhl für Wadern und den Hochwald ist für mehrere Bereiche zu betonen: Die Stadt Wadern ist stolz, einer weltweit anerkannten wissenschaftlichen Einrichtung die Heimat zu bieten.


Ein wichtiger Arbeitgeber
Auch in wirtschaftlicher Hinsicht bietet das Institut einiges für die Stadt im Hochwald: Die Einrichtung tätigt ihren Einkauf in der Region, beauftragt ortsansässige Handwerker und Dienstleister. Schloss Dagstuhl ist ein wichtiger Arbeitgeber mit rund 40 Mitarbeitern auf 29 Vollzeitstellen. Das Informatikzentrum ist auch als Ausbildungsbetrieb tätig und hat seit 1991 insgesamt 13 Personen ausgebildet, von denen sieben in feste Anstellungsverhältnisse übernommen wurden. Im laufenden Jahr werden wieder zwei Jugendliche in Dagstuhl ihre Ausbildung beginnen.


An der Stelle sollte erwähnt werden, dass die Einrichtung im Rahmen des Projekts „Deutschland-Land der Ideen“ als „ausgewählter Ort“ ausgezeichnet wurde. In diesem Jahr feiert die Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen. red./ti

 

Wochenspiegel online am 19.05.2010