Wednesday, 18. September 2013

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch kommunizierende Autos

Neben Elektromobilen liegt der Schwerpunkt der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) bei der Kommunikation zwischen Fahrzeugen sowie der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und deren Umgebung. Fußgänger und Fahrradfahrer sind dabei noch unberücksichtigt. Autonome Fahrzeuge müssen jedoch in der Lage sein, alle Hindernisse rechtzeitig zu erkennen und adäquat zu reagieren. Vom 22. bis 25. September, direkt im Anschluss an die IAA, treffen sich international führende Informatik-Wissenschaftler mit Experten aus der Automobilindustrie auf Schloss Dagstuhl im nördlichen Saarland um Antworten auf die vielfältigen noch offenen Fragen im Bereich der Kommunikation zwischen Fahrzeugen (Car-to-Car-Kommunikation) zu finden.

 

Weltweit wurden bisher viele Tests durchgeführt, vorwiegend auf Autobahnen oder in abgelegenen Gebieten. Wie aber verhält sich ein autonomes Fahrzeug auf Landstraßen oder bei Ortsdurchquerungen; was passiert, wenn unverhofft ein Fußgänger die Straße überquert oder eine Ampel plötzlich auf Rot wechselt; wird auf Fahrradfahrer Rücksicht genommen? Kommunikation zwischen den Fahrzeugen kann die Verkehrssicherheit deutlich steigern!

 

Die erste Generation der Kommunikation zwischen Fahrzeugen ist bereits weit fortgeschritten. Seit diesem Jahr wird dies auch im Alltag erprobt. Die Autos tauschen Informationen über Gefahren aus und erhalten Hinweise zu Verkehrslage, Wettereinflüssen oder Fahrtrouten. Ein Feldversuch zwischen Frankfurt und Friedberg ist innerhalb des 69 Millionen Euro teuren Projekts „Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland“ (SimTD) auf sechs Monate ausgelegt. Das System nutzt eine Weiterentwicklung des WLAN-Standards für drahtloses Internet (kurz: DSRC/WAVE) aber auch Mobilfunktechniken. Thematisiert werden ebenfalls Informationssicherheit der Daten sowie Privatsphäre der Autofahrer.

 

In den nächsten Jahren werden sich zweifellos die Verkehrsplanung und die Automobilherstellung enorm ändern. Aufgrund der vielen Feldversuche und der erzielten Ergebnisse treten zusätzlich zu technischen Entwicklungen weitergehende Fragestellungen in den Vordergrund. Im wissenschaftlichen Umfeld wird jedoch bereits an einer zweiten Generation von Kommunikationstechniken gearbeitet, die neue Anwendungen unterstützen und vor allem auch höchste Anforderungen an die Verkehrssicherheit erfüllen soll. Auf der internationalen Tagung auf Schloss Dagstuhl kommen Informatik-Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen mit Experten aus der Automobilindustrie zusammen, um sich diesem Thema ausgiebig zu widmen. Die Organisation des Dagstuhl-Seminars haben übernommen:

 

·         Onur Altintas (TOYOTA InfoTechnology Center – Tokyo, JP)

·         Falko Dressler (Universität Innsbruck, AT)

·         Hannes Hartenstein (KIT – Karlsruhe Institute of Technology, DE)

·        Ozan K. Tonguz (Carnegie Mellon University, US)

 

Mehr Informationen zum Dagstuhl-Seminar „Inter-Vehicular Communication – Quo Vadis“ mit Teilnehmerliste sind zu finden unter http://www.dagstuhl.de/13392

 

pdf der Pressemitteilung