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15. – 18. September 2019, Event 19383

Summer School „Rollenbasierte Modellierung und Programmierung komplexer Softwaresysteme“ (RoSI)

Organisatoren

Wolfgang Lehner (TU Dresden, DE)


Der Workshop wird unterstützt von:

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Auskunft zu diesem Event erteilt

Heike Clemens

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Motivation

Moderne Software muss mit ständig wechselnden Kontexten, beispielsweise zur Ergänzung neuer Funktionalität oder der Korrektur von Fehlern, der Unterstützung neuer technischer Plattformen oder sich verändernden Geschäftsregeln, zurechtkommen. Dieser Problematik stellt sich das Graduiertenkolleg RoSI und untersucht, inwieweit sich Rollen als universelles und durchgängiges Lösungskonzept dafür eignen.

Das Konzept der Rollenmodellierung ist bereits zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Fachgebieten studiert worden, um kontextbezogene Informationen beziehungsweise explizit spezifizierte Wechsel zwischen Kontexten zu modellieren. Das Graduiertenkolleg RoSI widmet sich dieser Problemklasse aus dem ganz spezifischen Blickwinkel der durchgängigen Anwendung des Rollenmodells als Systematik für veränderliche bzw. sich an Kontexte anpassende Software. Üblicherweise werden Rollen als Mittel der Kontextmodellierung nur singulär in den Bereichen der Programmiersprachen, der Datenmodellierung oder zur Zugangskontrolle benutzt, aber nie durchgängig über alle Abstraktionsebenen der Softwareentwicklung, also über Konzept-, Sprach-, Anwendungs- und Softwaresystemmodellierung hinweg betrachtet. Genau dies hat sich das Graduiertenkolleg RoSI zum Ziel gesetzt.

Das übergeordnete Forschungsziel des Graduiertenkollegs war und ist es, den Nachweis der durchgängigen Rollenmodellierbarkeit und der praktischen Anwendbarkeit zu erbringen. Durchgängigkeit bedeutet dabei, dass über alle Ebenen der Modellierung hinweg konsequent Rollen zur Kontextmodellierung eingesetzt werden, also in der Konzeptmodellierung (in Metasprachen), in der Sprachmodellierung sowie in der Modellierung auf Anwendungs- und Softwaresystemebene. Damit einhergehend bildet auch die weitere wissenschaftliche Ausgestaltung des Rollenkonzepts eine zusätzliche Forschungsaufgabe, um den Wechsel des Kontextes auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen modellieren zu können. Somit bedeutet Durchgängigkeit ebenfalls, dass die identifizierten Rollenkonzepte miteinander systematisch in Beziehung gesetzt werden, um Modelltransformation und -synchronisation zu gestatten. Eine solche Art von Durchgängigkeit bietet große Vorteile in der Systemkonstruktion, da Kontextwechsel auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen miteinander in Beziehung gesetzt sind und synchron entwickelt sowie gepflegt werden können, so dass sich die Chance für neuartige und innovative Softwarearchitekturen eröffnet, die den Anforderungen zukünftiger dynamischer und heterogener Softwaresysteme gerecht werden.

Ziel der Summer School ist es, die grundlegende Idee rollenbasierter Modellierung und Programmierung an interessierte Doktorandinnen und Doktoranden (und ggf. Studierende auf Master-Niveau) außerhalb des Graduiertenkollegs zu kommunizieren und über Vor- und Nachteile entsprechend interaktiv zu diskutieren. Besonderer Wert wird dabei auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verwandter strukturierter Forschungsprogramme gelegt, wie zum Beispiel SFB 1053 „MAKI – Multi-Mechanismen-Adaption für das künftige Internet“, SFB 910 „On the Fly Computing“, Erasmus-Mundus-Doktorandenprogramm „Information Technologies for Business Intelligence“ oder der SFB-TR-Initiative (KIT, TUM, TUD) „Consistency in the View-based Development of Cyber-Physical Systems“. Dabei soll auch eruiert werden, inwieweit die konkreten Szenarien als Anwendungsfälle für einen rollenbasierten Ansatz genutzt werden können.

License
  Creative Commons BY 3.0 DE
  Wolfgang Lehner

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