Günter Wilkes



Seit einigen Jahren lebt Günter Wilkes im südlichen Portugal in der Algarve, in dem Dorf Alportel, 20 km nördlich der Stadt Faro und 20 km vom Strand entfernt. 20 km von dem Strand, wo er auch die Materialien für seine ausdrucksstarken, teilweise farbenfrohen Objekte findet. Auch auf wilden Deponien und beim Sperrmüll wird Günter Wilkes fündig. Da kommt dann schon so einiges zusammen: verschiedene Holzreste, Pappbecher, Plastikverpackungen, rostige Dosen und vieles, vieles mehr, das wir im ersten Augenblick eigentlich nur als Müll erkennen würden. Unter seiner Hand aber bekommt dieser "Abfall" einen Sinn. Wilkes erweckt ihn zu einem zweiten Leben, schafft einen völlig neuartigen, ästhetischen Reiz.

Er baut zusammen, schafft Verbindungen, setzt Farben ein - "Fundstücke" nennt er diese Objekte, Bilder, Figuren oder Landschaften aus Materialien, die andere weggeworfen haben.

Die ersten Plastiken aus weggeworfenem Material, welches er während eines Urlaubs am Nordseestrand fand, schuf Wilkes bereits Anfang der siebziger Jahre. Seine künstlerische Ausbildung erhielt der, 1937 in Burlo/Westfalen geborene, Künstler unter anderem in der Werkkunstschule Dortmund, freie und angewandte Grafik und Malerei bei Gustav Deppe und in der Meisterklasse für freie und angewandte Malerei an der Werkkunstschule Saarbrücken bei Boris Kleint.

Zu seinen Bildern sagt der Künstler: "Es geht darum, die Konvention zu meiden. Das beginnt mit dem Format. Nichts ist in Verhältnissen der Deutschen-Industrie-Norm = DIN. Nach Möglichkeit keine geschlossenen Bildräume. Von allen Seiten - unten und oben, rechts und links - soll die Wand einziehen. Das Außen soll sich mit dem Innen vermählen, so wie die Einbuchtungen eines Eichenblattes, so wie das Ein- und Ausatmen, damit Luft von außen in das Innere der Blutbahn dringt."

Text: Reinhard Bialas, Hamm

Adresse

Günter Wilkes, "Casa de Arte"
8150 Sao Braz de Alportel, Portugal
Telefon und Fax: 00351-289-841352