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Monday, 17. November 2003

IBFI ab 2005 in "Blauer Liste"

Informatikstandort Saarland auf höchstem Niveau

 

Ab Januar 2005 wird das Internationale Begegnungsund Forschungszentrum für Informatik (IBFI) Schloss Dagstuhl in die sog. “Blaue Liste” aufgenommen. Mit dieser Entscheidung hat die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung heute (17.11.03) in Bonn einer gemeinsamen Förderung des IBFI durch Bund und Länder zugestimmt. Damit ist es gelungen, neben dem Institut für Neue Materialien (Aufnahme 1999) ein zweites im Saarland angesiedeltes Institut in die Top-Liste der exzellenten Forschungseinrichtungen Deutschlands zu bringen. Beide Eliteinstitute sind für die Forschung in Deutschland so wichtig, dass sich der Bund und alle Länder zukünftig die Finanzierung teilen.

 

Den Beschluss wertet Wissenschaftsminister Jürgen Schreier als einen weiteren Beweis dafür, dass das Saarland in der Informat ik international führend ist. Für den Wissenschaftlichen Direktor des IBFI, Professor Reinhard Wilhelm, bedeutet die Aufnahme in die “Blaue Liste” eine herausragende Anerkennung für das langjährige Bemühen um internationale Informatikforschung auf höchstem Niveau.

 

Das Zentrum in Wadern-Dagstuhl wird derzeit in Kooperation mit Rheinland-Pfalz finanziert; das Saarland als Sitz-Land leistet dabei zwei Drittel, Rheinland-Pfalz ein Drittel des Zuwendungsbedarfs von rund 1,5 Millionen Euro jährlich. Die Zustimmung der Bundesregierung zur Aufnahme in die “Blaue Liste” schon in 2005 konnte nur dadurch erreicht werden, dass das Saarland und Rheinland-Pfalz sich bereit erklärt haben, das Forschungsinstitut noch ein Jahr allein weiter zu finanzieren, bis dann 2006 die gemeinsame Finanzierung vom Bund und allen Ländern greift. Darin sieht Wissenschaftsminister Jürgen Schreier ein faires Bemühen zwischen Bund und Ländern, trotz schwieriger Finanzlage eine gute Lösung im Sinne der Forschung zu finden. Der Erfolg sei das Ergebnis langer intensiver gemeinsamer Bemühungen der Wissenschaftsminister des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz, sagte Schreier.

 

Die wichtigste Voraussetzung, um in die “Blaue Liste” aufgenommen zu werden, war eine positive Stellungnahme des Wissenschaftsrates im Januar dieses Jahres. Damals wurde besonders hervorgehoben, dass sich das IBFI seit seiner Gründung zu einem erfolgreichen singulären Organisationszentrum für die nationale und internationale Forschung des Faches Informatik in Grundlagen und Anwendung entwickelt hat. Vorausgegangen war eine strenge wissenschaftliche Qualitätsprüfung im letzten Jahr.

 

Jährlich nehmen über 2000 Informatiker und Wissenschaftler von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrie aus aller Welt an den wissenschaftlichen Veranstaltungen in Dagstuhl teil. Die meisten international führenden Informatiker waren schon am IBFI auf Schloss Dagstuhl.

 

In der “Blauen Liste” befinden sich derzeit nur 80 Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland. Zusammen mit Wadern-Dagstuhl sind ab 2005 neu in dieser Eliteliste das Institut für Arterioskleroseforschung in Münster, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim sowie das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach in Baden-Württemberg. Letzteres ist für die Mathematik von einer ebenso herausragenden Servicefunktion für die Forschung wie Wadern-Dagstuhl für die Informatik.

 

Das einstimmige Votum der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung ist eine Empfehlung an die Regierungschefs von Bund und Ländern, die genannten vier Institute endgültig in die gemeinsame Förderung aufzunehmen.

 

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